Vereinsordnung

der
St. Johannes-Schützenbruderschaft 1749 e.V.
Niederbergheim / Möhne

 

In Anlehnung an die althergebrachten Statuten vom 09. August 1749 und ihre gültige Fassung vom 29. Januar 2012 ändert die St. Johannes-Schützenbruderschaft 1749 e.V. Niederbergheim / Möhne die Vereinsordnung vom 31. Januar 1998 auf die Fassung vom 29. Januar 2012.
In der Vereinsordnung werden überlieferte und neue Regeln und Abläufe im Verlaufe des Schützenjahres fixiert.

I. Veranstaltungen

a) Mitgliederversammlungen

  • Generalversammlung (= Mitgliederversammlung gem. §5 der Satzung) zur Bekanntgabe der Jahresabrechnung und des Geschäftsberichtes im Januar / Februar eines jeden Jah- res;
  • Versammlung mit Bierprobe am Samstag vor dem Schützenfest zur Bekanntgabe des Festablaufes;
  • Versammlung mit Rechnungslage in einer angemessenen Frist nach dem Schützenfest zur Bekanntgabe der Festabrechnung;
  • außerordentliche Mitgliederversammlungen sind gemäß §5 Abs.1 der Satzung bei Erfül- lung von Voraussetzungen möglich;
  • Kompanieversammlungen werden durch die Kompanieführer einberufen und dienen zur Wahl des Kompanievorstandes und zur Klärung kompanieinterner Angelegenheiten. Sie müssen in einer angemessenen Frist vor der Generalversammlung stattfinden.

Die Einladungen zu den einzelnen Versammlungen erfolgen durch Aushang und Bekanntgabe durch die Tagespresse. Zusätzlich wird durch den E-Mail-Verteiler und Veröffentlichung im Internet unter www.schuetzen-niederbergheim.de auf diese Veranstaltung hingewiesen.

Änderungen der Satzung, der Vereinsordnung oder sonstige wesentliche Beschlüsse können nur auf der Generalversammlung oder auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gefasst werden.

b) Schützenfest

Am Samstag vor dem Schützenfest finden traditionsgemäß das Buschaufsetzen und die Flaggenhissung auf dem Gelände am „Alten Feld“ statt. Alle Schützenbrüder und die ganze Bevölkerung sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Das eigentliche Hochfest wird am 3. Wochenende im Juni gefeiert.

Es beginnt am Freitagnachmittag mit dem Ständchenbringen des Blasorchesters bei dem Schützenkönig und an markanten Stellen des Ortes.
Hieran schließt sich das Antreten der Kompanien an den Appellplätzen an. Begleitet vom Blasorchester bzw. Tambourcorps marschieren die Kompanien zur Schützenhalle zur Meldung an den Major der Schützenbruderschaft.
Beim anschließenden Antreten der Gesamtbruderschaft eröffnet der Oberst offiziell das Schützenfest und begrüßt die Schützenbrüder.
Im Anschluss hieran findet in der Antoniuskapelle ein Hochamt für die Lebenden und Ver- storbenen unserer Bruderschaft statt. Soweit es möglich ist, sollten Vorstandsmitglieder das Hochamt mitgestalten.
Nach dem Hochamt folgt die offizielle Aufnahme der Neumitglieder. Der Oberst nimmt in Begleitung von Major und Adjutant die Jungschützen / Neumitglieder per Handschlag in die Bruderschaft auf. Während des Handschlages legen die Neumitglieder eine Hand auf die Schützenfahne. Ihnen wird die Nadel des Sauerländer-Schützenbundes angesteckt. Die Sat- zung und die Vereinsordnung werden den Neumitgliedern im Vorfeld mit der Einladung zur Vereidigung zugesandt.
Anschließend findet vor der Kapelle ein Gedenken der Gefallenen unserer Schützenbruder- schaft statt. Der Oberst hält eine Ansprache und legt anschließend am Ehrenmal einen Kranz nieder. Den Abschluss der Gefallenenehrung bildet der Große Zapfenstreich, gestaltet durch Blasorchester und Tambourcorps.
Nach dem Umzug durch das Dorf und dem Einzug in die Schützenhalle, erfolgt die Ehrung der Altersjubilare. Im Anschluss schließt der erste Tag mit dem Festball.

Am Festsamstag tritt die Schützenbruderschaft morgens am Dorfplatz an. Nach dem Eintreffen der Schützen und deren Familien in der Schützenhalle findet ein Konzert mit Frühstück statt.
Am Nachmittag treffen sich die Schützenbrüder zum Abholen des Königspaares an der Schützenhalle. Begleitet vom Blasorchester und 2 Tambourcorps/Spielmannszug (es obliegt im Er- messen des Vorstandes eine zweite Musikkapelle zu bestellen), begibt sich der Schützenzug von der Halle zum Königshaus. Nach einem kurzen Umtrunk reiht sich das Königspaar mit seinem Hofstaat in den Festzug ein. Es folgt nun der Umzug durch das Dorf mit einer Parade am Dorfplatz. Nach dem Einzug in die Schützenhalle bilden der Königstanz, die Ehrung der Königsjubilare und Auszeichnungen verdienter Schützenbrüder einen weiteren Höhepunkt des Festes.
Hieran schließt sich das Kaffeetrinken vom Königspaar Hofstaat, Vorstand und eventuellen Gästen an. Den Abschluss des zweiten Festtages bildet und der Festball zu Ehren des Königspaares.

Am frühen Sonntagmorgen zeichnet das Tambourcorps für die Eröffnung des dritten Festtages verantwortlich. Mit klingendem Spiel werden die Schützenbrüder an diesem Tage geweckt. Nach der heiligen Messe erfolgt das Antreten an der Antoniuskapelle, anschließend machen sich die Schützen auf den Weg zur Vogelstange. An der Vogelstange angekommen, wird ein „Vater unser“ gesprochen, um Unheil vom Schießen abzuwenden.
Nach dem Aufsetzen des Vogels werden in folgender Reihenfolge die Eröffnungsschüsse abgegeben:

  1. der amtierende König
  2. der Präses der Bruderschaft
  3. der Schützenoberst
  4. der Ortsvorsteher
  5. die Ehrenmitglieder

Nachdem der neue König ermittelt worden ist, wird er mit seiner Königin durch den Oberst dem Schützenvolke vorgestellt. Die Übergabe der Königskette erfolgt beim anschließenden Antreten. Hierbei werden auch die erfolgreichen Insignienschützen ausgezeichnet (Krone- Schützenschnur mit drei Eicheln, Zepter-Schützenschnur mit zwei Eicheln, Apfel-Schützenschnur mit einer Eichel).
In fröhlichem Zug wird nun der neue König zur Halle geleitet.
Am Nachmittag treten die Schützen zum Abholen des neuen Königspaares an der Schützen- halle an. Nach dem Umzug durch das Dorf und der Parade am Dorfplatz folgt der Einzug in die Schützenhalle mit anschließendem Königstanz des neuen Königspaares.
Nun wird das scheidende Königspaar ausgezeichnet. Der Oberst überreicht den Königsorden an den scheidenden König bzw. eine Anstecknadel an die scheidende Königin.
Hieran schließt sich das Kaffeetrinken vom Königspaar, Hofstaat und eventuellen Gästen an. Den Abschluss des dritten Festtages bildet der Kindertanz und der Festball zu Ehren des Königspaares.

c) Prozession

Am Sonntag nach dem Fest findet die traditionelle Johannesprozession statt.
Der Schützenvorstand begleitet das Allerheiligste durch die Straßen von Niederbergheim. Der geschäftsführende Vorstand trägt den Baldachin.

Alle Schützenbrüder sollten aktiv an allen Festtagen sowie an der Johannesprozession teilnehmen.

d) Kinderschützenfest

Dem Vorstand der Schützenbruderschaft obliegt es, ein Kinderschützenfest zu veranstalten, um die Kinder an das Schützenwesen heranzuführen. Es sollte ein „Vogelschießen“ um die Kinder-Königswürde ausgerichtet werden.

e) Kompaniefest

Zur Festigung der Zusammengehörigkeit können die Kompanien jährlich ein Kompaniefest veranstalten. Den Ablauf regelt der jeweilige Kompanievorstand.
Einnahmen- und Ausgaben von Kompaniefesten, Pokalschießen, Buschaufsetzen werden alljährlich vor der Kompanieversammmlung durch den Geschäftsführer und den 1. bzw. 2. Vor-sitzenden geprüft.

f) Kompaniepokalschießen

Auf der Schießanlage der Bruderschaft findet alljährlich im Frühjahr ein Pokalschießen statt. Den genauen Ablauf hierzu regelt die ausführende Kompanie mit den Schießaufsichten.

Wenn eine Kompanie den Pokal dreimal in Folge errungen hat, geht dieser in den Besitz der Kompanie über.

Die Übergabe des Kompaniepokals findet auf der Bierprobe statt.

g) Vorstandssitzungen

Im Laufe des Jahres trifft sich der Vorstand zu verschiedenen Vorstandssitzungen. Die Einladungen an die Vorstandsmitglieder ergehen spätestens eine Woche vor der Sitzung schrift- lich, telefonisch oder per Email. Den Vorsitz in der Sitzung führt der Oberst oder sein Stellvertreter.
> Bei Abstimmungen in der Sitzung hat jedes Vorstandsmitglied eine Stimme. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
Um beschlussfähig zu sein, müssen mindestens 2 Mitglieder aus dem geschäftsführenden Vorstand und je 2 Mitglieder aus den Kompanievorständen anwesend sein.
Kommissarisch bestellte Vorstandsmitglieder sind ebenfalls zu den Vorstandssitzungen einzuladen; sie sind jedoch nicht stimmberechtigt.
Zur Vorbereitung wichtiger Entscheidungen kann sich der geschäftsführende Vorstand zu internen Sitzungen treffen. Zu diesen Sitzungen sollten die Kompanieführer eingeladen werden. Bei kompanierelevanten Angelegenheiten müssen die Kompanieführer oder deren Stellvertreter eingeladen werden. Über die Ergebnisse und die Entscheidungen muss in der nächsten Vorstandssitzung berichtet werden.

II. Ehrenmitgliedschaft

Die Schützenbruderschaft kann Ehrenmitglieder ernennen.

Vorschläge zur Ehrenmitgliedschaft können sowohl der Vorstand als auch die Schützenbrüder benennen. Über die Ernennung zum Ehrenmitglied entscheidet die Generalversammlung.
Die Ehrenmitglieder und Ehrenoberste erhalten Schulterstücke und die silberne Mützenkordel. Ehrenoberste marschieren im Festzug hinter dem Hauptvorstand, Ehrenmitgieder an der Spitze der jeweiligen Kompanie neben dem stellvertretenden Kompanieführer.

III. Königschmuck

Der jeweilige Schützenkönig hat von seinem Vorgänger folgende Gegenstände zu übernehmen:

  1. Königskette
  2. Tageskette mit Anno-Santo-Kreuz 1933
  3. Schärpe
  4. Schulterstücke und Mützenkordel
  5. Diadem der Königin

Während seiner Regentschaft hat der König diese Gegenstände sorgfältig zu behandeln.

Etwaige Verluste müssen sofort dem geschäftsführenden Vorstand angezeigt werden

Die Gegenstände zu Punkt 1 und 2 sind getrennt aufzubewahren.

IV. Schützenfahne

Die satzungsgemäß gewählten Fähnriche sind angehalten, die Fahnen pfleglich zu behandeln und sind verantwortlich dafür, dass diese nach jedem Gebrauch ordnungsgemäß im Fahnenraum der Schützenhalle eingeschlossen werden.

Die restaurierte Fahne von 1896 wird im Festzug als Königsfahne getragen. Der Fähnrich und die Fahnenoffiziere der Königsfahne werden für die Dauer eines Jahres in der Generalversammlung gewählt. Im Festzug tragen sie anstatt der Schützenmütze einen Zweispitz mit rot-weißem Federbusch

V. Hallenwart

Der Vorstand kann für die laufende Hallenverwaltung, insbesondere der Vermietungen, einen Hallenwart benennen. Dieser kann für seine Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten. Er ist zu Vorstandssitzungen einzuladen, sofern es um Belange der Schützenhalle geht und hat eine beratende Funktion jedoch kein Stimmrecht.

VI. Festvergabe

Das alljährliche Schützenfest wird an einen Festwirt vergeben.
Die Festlegung der aktuellen Preise erfolgt durch den geschäftsführenden Vorstand.
Die endgültige Vergabe des Festes erfolgt in der Generalversammlung.

VII. Schützenkönig

Der Schützenkönig repräsentiert gemeinsam mit dem Vorstand die Bruderschaft bei allen bedeutenden kirchlichen und sonstigen Veranstaltungen unserer Ortschaft. Am alljährlichen Wettkampf um die Königswürde (Vogelschießen) dürfen daher nur Schützen teilnehmen, die bereit sind, diese besondere Verpflichtung während eines Jahres zu übernehmen.
Bestehen daran begründete Zweifel, so ist der geschäftsführende Vorstand berechtigt, einzelne Schützenbrüder vom Schießen auszuschließen.

Generell sind alle Schützenbrüder, sofern sie mindestens 3 Jahre unserer Bruderschaft angehören, berechtigt am Vogelschießen teilzunehmen.

Derjenige, der die letzten Reste des Vogels abschießt, wird für die Dauer eines Jahres Schützenkönig. Ihm obliegt es, sich für die Dauer seiner Amtszeit eine Mitregentin (Königin) zu wählen.

VIII. Uniform

Die Uniform des Vorstandes ist farblich auf die überlieferten Vereinsfarben (Schwarz-Weiß-Rot) abgestimmt.

Sie besteht aus:

  1. weißer oder schwarzer Hose,
  2. schwarzem Jackett,
  3. SSB-Nadel,
  4. weißem Oberhemd,
  5. weißer Fliege,
  6. weißen Handschuhen,
  7. weißer Schützenmütze,
  8. schwarzen Socken und Schuhen,
  9. roter Schärpe oder Koppel (je nach Funktion),
  10. Schützendegen (außer König und Fähnrich).

Die Uniform mit weißer Hose wird zu folgenden Anlässen getragen:
a) in Festzügen (nachmittags) anlässlich des Schützenfestes
b) bei Jubelfesten
c) bei Fahnenweihen d) bei Kreis- und Bundesschützenfesten
e) bei der Johannesprozession

Die Uniform mit schwarzer Hose wird getragen:
a) Schützenfest-Freitag
b) Schützenfest-Samstag morgens
c) Schützenfest-Sonntag an der Vogelstange
d) zur Generalversammlung
e) zu Kreis- und Bundesdelegiertentagungen
f) zur Prozession an Christi Himmelfahrt und Fronleichnam
g) zu Beerdigungen (jedoch mit schwarzer Krawatte)
h) zum Volkstrauertag (ebenfalls mit schwarzer Krawatte)

Der Schützenkönig trägt stets eine schwarze Hose und die Tageskette (während des Fest- zuges die Königskette).

Der Oberst trägt eine Koppel, zusätzlich zur Uniform das Anno-Santo-Kreuz 1950 und einen Hirschfänger.

Die Uniform der Schützen besteht aus Schützenmütze, dunklem Jackett, Schützenkrawat-te und je nach Anlass schwarzer oder weißer Hose (siehe Uniform des Vorstandes).

IX. Orden / Auszeichnungen

a) Für nachfolgende Vereinszugehörigkeit verleiht die Schützenbruderschaft einen Treuemedaille :

  • 25-jährige Mitgliedschaft,
  • 40-jährige Mitgliedschaft,
  • 50-jährige Mitgliedschaft,
  • 60-jährige Mitgliedschaft,
  • Ab 65-jähriger Mitgliedschaft alle 5 Jahre.

b) Gemäß §4 Abs. VI der Vereinssatzung ist die Verleihung von Verdienstorden für besondere Verdienste um die Schützenbruderschaft möglich. Vorgesehen ist hier die Verleihung der Verdienstorden des SSB in der nachstehenden Reihenfolge:

  • Orden für Verdienste um das Schützenwesen,
  • Orden für besondere Verdienste um das Schützenwesen,
  • Orden für hervorragende Verdienste um das Schützenwesen.

Bei besonders verdienten Schützenbrüdern ist die Vergabe sonstiger vom Sauerländer Schützenbund empfohlener Auszeichnungen möglich.

)c) Der scheidende Schützenkönig wird am Ende seiner Amtszeit mit dem Königsorden der Bruderschaft ausgezeichnet.
Jubilarkönige erhalten, sofern sie noch der Bruderschaft angehören, ebenfalls

  • zum 25-jährigen Jubiläum ihrer Regentschaft und
  • ab dem 40-jährigen Jubiläum alle 10 Jahre

einen Erinnerungsorden.

X. JubiläenundGeburtstagevonSchützenbrüdern

a) Anlässlich von Goldenen Hochzeiten und weiteren Jubelhochzeiten überreicht die Bruderschaft ein Geschenk.
b) Ab dem 70. Geburtstag gratuliert die Bruderschaft alle 5 Jahre zum Geburtstag. Auch hierzu wird ein Geschenk überreicht.
c) Bei Geburtstagen von verdienten Vereinsmitgliedern, die unterhalb der festgelegten Grenze liegen, entscheidet der geschäftsführende Vorstand bzw. der jeweilige Kompanievorstand.

XI. Beerdigungen

An der Beisetzung und dem Seelenamt für einen verstorbenen Schützenbruder nimmt eine Fahnenabordnung (Fähnrich und zwei Offiziere) teil. Soweit es ihnen möglich ist, sollten auch die Schützenbrüder an der Beisetzung teilnehmen.

Üblicherweise stellen sich die Nachbarn des Verstorbenen als Sargträger zu Verfügung. Während der Beisetzung tragen diese die Schützenmütze.

An der Beisetzung der Ehefrau eines Schützenbruders nimmt eine Fahne ohne Offiziersbeteiligung teil.

Der Vorstand behält sich vor, bei Beerdigungen, die nicht in unserer oder einer Nachbargemeinde stattfinden, die Beileidsbekundung nicht durch eine Fahnenabordnung, sondern in einer anderen geeigneten Weise auszusprechen.

 

 

59581 Warstein-Niederbergheim, 29. Januar 2012